
Weithin sichtbar ragt oberhalb von Westbroek die Galerieholländermühle De Kraai empor. Ursprünglich stand sie auf der Festungsanlage Sloterdijk in Amsterdam. Dort diente sie als städtische Getreidemühle. (Foto: AD)
Die ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle wurde nach einem Brand im Jahr 1839 vollständig neu errichtet. Vierzig Jahre später wurde sie jedoch wieder abgebaut, um Platz für den Wohnungsbau zu schaffen. Sie wurde in Nieuwediep bei Den Helder eingelagert. Evert Schuurman kaufte in Westbroek eine Kokerwindmühle aus dem 18. Jahrhundert, die zum Mahlen von Getreide diente. Diese wies jedoch so viele Mängel auf, dass er sich 1880 entschloss, als Ersatz die Mühle De Kraai zu erwerben. Die Mühle wurde über die Zuiderzee und die Vecht nach Westbroek transportiert.
Die Getreidemühle De Kraai arbeitete für Bäcker in Utrecht. Darüber hinaus kauften die Einwohner von Westbroek und Achttienhoven dort Mehl zur Herstellung von Brot und für Viehfutter. Bis 1925 wurde in De Kraai ausschließlich mit Windkraft gemahlen; danach erhielt die Mühle Hilfsmotoren. Im Jahr 1954 wurde der Betrieb nach Sturmschäden eingestellt. Mit Unterstützung verschiedener staatlicher Stellen konnte die Mühle restauriert werden. Die Restaurierung wurde 1958 abgeschlossen. De Kraai wurde anschließend für die Erzeugung von Elektrizität umgebaut.
1973 erwies sich die Mühle als nicht mehr rentabel und wurde stillgelegt. Zwischen 1977 und 1979 wurde die Mühle erneut restauriert, und 1996 erfolgte eine weitere Restaurierung. Der Umgang wurde vollständig instand gesetzt, die Reetdeckung des Daches wurde erneuert und das ursprüngliche alt-holländische Flügelkreuz wieder angebracht. In den Jahren 2011–2012 wurde die Mühle erneut restauriert. 2017 übernahm A. Colijn die Mühle von der Familie Schuurman.
AD
Anlässlich des Tags des offenen Denkmals 2020 produzierte RegioTV De Bilt den folgenden Bericht:
Siehe auch auf dieser Website:
De verdwenen Maartensdijkse molen De Hoop

De molen De Kraai in 1910. (Utrechts Archief)
Literatuur:
Karien Scholten, De Kraai, korenmolen van Westbroek (z.j., z.p.)
Michiel Kruidenier en Joost van de Spek, Maartensdijk. Geschiedenis en architectuur (Zeist 2000) p. 208v.